Was hilft gegen Gicht?

Was hilft gegen Gicht? Symptome, Hausmittel und Tipps

Was hilft gegen Gicht, Hausmittel und Tipps

Gicht hängt mit der Ernährung und Lebensweise zusammen und ist bereits seit Jahrhunderten bekannt. Gicht verursacht schwere Schmerzanfälle und geschwollenen Gelenke. Diese Erkrankung trat in früheren Zeiten hauptsächlich bei wohlhabenden Menschen auf, denn diese konnten sich üppig und fleischreich ernähren. In der heutigen Zeit steigt diese ungesunde Ernährungsgewohnheit in allen Schichten der Bevölkerung an und somit kann sich Gicht bei jedem Menschen entwickeln. 

Was Gicht bedeutet

Durch einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut werden die Symptome für Gicht erzeugt und führen dazu, dass sich im Gewebe und in Gelenken Harnsäurekristalle ablagern. Im Körper entsteht Harnsäure als Produkt zum Stoffwechsel und diese baut Purine ab. Purine sind Bestandteile in jeglichen Körperzellen und ebenso in vielen tierischen Lebensmitteln enthalten.

Die Veranlagung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel kann bereits angeboren sein und eine folgende fettreiche Ernährung kann die Erkrankung ausbrechen lassen. Dabei spielen der Verzehr von Lebensmitteln mit reichlich Purin, übermäßige Kohlenhydrate und Alkohol eine wichtige Rolle.    

Bei den Erkrankten handelt es sich um 95 Prozent um Männer. Bei Frauen kann die Erkrankung nach den Wechseljahren auftreten.

Symptome

Bei Gicht zeigen sich betroffene Gelenke geschwollen, heiß, hochrot und sind sehr schmerzhaft. Zudem können erhöhtes Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl und ein beschleunigter Puls auftreten. Der Schmerz überfällt den Betroffenen häufig in der Nacht und unbehandelt dauern diese Anfälle manchmal mehrere Tage. Die  Schmerzhöhepunkte treten dann weiterhin überwiegend nachts auf.

Einen Gichtanfall solltest Du stets als Warnzeichen ansehen, denn in der Anfangsphase vergehen bis zum nächsten Anfall oft viele Monate. Daher sind eine rechtzeitige Behandlung des Harnsäurespiegels und eine Änderung in der Ernährung anzuraten, damit weitere Schübe vermieden werden. Denn bei einer chronischen Erkrankung kommen die Anfälle häufiger und diese zerstören mit der Zeit die Gelenke. Bei einer chronischen Gicht zeigen sich die Symptome als Knoten durch Harnsäureablagerungen im Gewebe, wie an den Nasenflügeln, Ohrknorpeln und Augenlidern. Weiterhin können die Nieren als Spätkomplikation durch Harnsäuresteine- oder Ablagerungen geschädigt werden.  

Ursachen von Gicht

Gicht entsteht durch einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut und dieser als  Kombination aus erblichen Faktoren, ungesunder Ernährung und eventuell weiteren Erkrankungen. Zusammen mit Übergewicht, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte und zu hohem Blutdruck tritt Gicht zu fast 75 Prozent auf.  

Ein erhöhter Harnsäurespiegel der Niere verursacht überwiegend eine Störung der Harnsäureausscheidung und in knapp 10 Prozent ist ein Defekt im Stoffwechsel verantwortlich, der zu viel Harnsäure produziert.  

Ein erhöhter Konsum an Kohlenhydraten, Alkohol und Zucker erhöhen ebenfalls den Harnsäurespiegel.

Bei einem bestehenden erhöhten Harnsäurespiegel kann dieser weiterhin steigen und einen Gichtanfall aktivieren. Ein Gichtanfall entsteht besonders bei üppigem Essen, in dem reichlich Purin enthalten ist und ebenso bei massiven Abbau von Körpergewebe. Weiterhin wenn nach radikalen Diäten, schweren Verletzungen, chirurgischen Eingriffen, einer Chemotherapie oder durch Blutkrankheiten ein erhöhter Blutzellen Abbau erfolgt.

Hauptsächlich niedrige Temperaturen lässt Harnsäure kristallisieren, daher kann eine Unterkühlung ebenfalls einen Gichtschub auslösen.

Reduzierung von Purin

Zu viel Purin erzeugt typische Begleiterkrankungen, wie Übergewicht und erhöhte Blutfette. Mit einer Purin Reduzierung können diese verbessert werden. Sind sogar Harnsäure senkende Medikamente einzunehmen, sind diese dadurch sogar zu reduzieren.

Bei einer Gefährdung von Gicht sollte in der Ernährung so wenig wie möglich Purin enthalten sein, denn mit dieser Konsequenz können Gichtanfälle vorgebeugt werden. 

  • Harnsäurezufuhr auf ungefähr 420 mg täglich und 3000 mg in der Woche begrenzen. Das bedeutet: Pro Tag 100 g Wurst, Fleisch oder Fisch.
  • Innereien, Hering, Sprotten, Sardellen, Meeresfrüchte, Geflügelhaut, Fleisch und Hülsenfrüchte enthalten einen extrem hohen Harnsäuregehalt und daher möglichst zu vermeiden.   
  • hat Dir der Arzt zu einer Purinarmen Kost geraten, weil Du eventuell Harnsäure senkende Arzneimittel nicht verträgst, solltest Du 300 mg Harnsäure täglich oder 2.100 mg wöchentlich nicht überschreiten.
  • höchstens zweimal die Woche 100 Gramm Wurst, Fleisch und Fisch.   
  • Milch, Milchprodukte und Eier enthalten gar kein oder sehr wenig Purin. Allerdings gute Eiweißquellen und dieses fördert die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren.

Viel Trinken – jedoch wenig Alkohol

Bei vielen Menschen erfolgt der erste Gichtanfall nach dem Genuss von zu viel Alkohol. Denn Alkohol liefert viele Purine, fördert dadurch die Bildung von Harnsäure und eine Ausscheidung über die Niere wird somit blockiert. Somit werden erneute  Gichtanfälle provoziert.

Viel Trinken gegen gicht

Selbst bei einer Purinarmen Ernährung kannst Du die Feiertage mit einem Glas Wein oder Sekt genießen, denn Wein enthält kein Purin. Ist allerdings eine Ernährung mit wenig Purin streng verordnet, ist jeglicher Alkohol Tabu. 

Neben dem Genuss von Bier sind die Auswirkungen vom Alkohol und ebenso der hohe Gehalt an Purin zu berücksichtigen, denn auf 100 ml kommen 15 mg Purin. Die gleiche Menge ist ebenfalls im alkoholfreien Bier enthalten.  

Eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit ist wichtig, um die Harnsäure abzutransportieren. Daher sollten es mindestens 2,5 Liter täglich sein. Dazu eignen sich Mineralwasser, Fruchtschorlen, Kaffee, Tee und nichtalkoholische Cocktails.  

Einige Limonaden sind mit Fruktose angereichertem Maisstärkesirup gesüßt und treiben ebenfalls die Konzentration an Harnsäure in die Höhe. In großen Mengen können diese ebenfalls einen Gichtanfall auslösen. Daher solltest Du am besten auf künstlich gesüßte Limonaden verzichten. 

Übergewicht langsam abbauen 

Zu viel Körpergewicht sollte reduziert werden, denn eine überhöhte Zufuhr an Fett hemmt die Harnsäureausscheidung über die Niere.

  • Du solltest jetzt keine radikale Fastenkur und Crash-Diät vornehmen, denn damit erreichst Du keinen langfristigen Erfolg und die Ausscheidung der Harnsäure wird ebenfalls gehemmt. Damit Du Körpergewicht verlierst, heißt es: langsam, eine langfristige Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung und dies kontinuierlich.
  • Fleischsorten mit viel Fett, Backwaren, Snacks und Süßigkeiten reduzieren oder ganz vermeiden.
  • Käse und Milchprodukte möglichst fettarm. Viel Obst und Gemüse, denn darin befinden sich keine oder wenig Purine. Eine Ausnahme sind Hülsenfrüchte, diese enthalten viel Purin.  

Vorbeugende Tipps gegen Gicht

Auf Fleisch, Wurst oder Fisch musst Du nicht völlig verzichten, wenn es kleine  Portionen sind.

  • auf Brathähnchen solltest Du allerdings verzichten, denn in der Haut stecken viele Purine und stattdessen ein Hähnchenbrustfilet wählen.
  • bei Fisch zum Beispiel naturbelassenen Kabeljau und keine Ölsardinen mit Haut.   
  • das Fleisch als Ragout oder Gulasch verzehren oder in einem Schmortopf zubereiten.  
  • zum Würzen Gemüsebrühe ohne Geschmacksverstärker verwenden und Kräuter.

Hausmittel  

Brennnesseln gegen Gicht

Brennnesseln sind als Unkraut verschrien, jedoch seit Jahrhunderten als Heilkräuter sehr geschätzt und somit gegen Gicht ein bewährtes Hausmittel. Diese Pflanze bindet die Harnsäure und lässt diese schnell aus dem Körper ausscheiden. Daher solltest Du Brennnesseltee in Deine Ernährung mit einplanen. Für die Goldrute und den Bockshornkleesamen gilt dies ebenso.     

Kurkuma, Ingwer und Teufelskralle sind ebenfalls gegen Gicht bewährte Hausmittel. Diese Heilpflanzen wirken entzündungshemmend können als Gewürz und Tee verwendet werden.

Alfalfa wirkt harntreibend, gleicht den gestörten Säure-Base-Haushalt aus, versorgt den Körper mit Mineralien und bremst etwas die Weiterentwicklung von Gicht. 

Vitamin C schützt positiv gegen Gicht. Daher sollte der Speiseplan Tomaten, Paprika, Beeren und Zitrusfrüchte enthalten. Du kannst ebenso den Saft einer Zitrone mit etwas Wasser mischen und Schluckweise trinken. Bei akuten Gichtschmerzen kannst Du einen halben Teelöffel Backpulver hinzugeben. Das Backpulver allerdings sehr reduziert und für einen kurzen Zeitraum einsetzen. Apfelessig enthält ebenfalls einen und hilfreich gegen Gicht. Dazu täglich zwei Esslöffel Apfelessig mit Wasser vermischen und in kleinen Schlucken trinken.

Kirschen gegen und bei Gicht. Kirschen enthalten viel Vitamin C und Kalium. Mit einer Handvoll dieser süßen Früchte wird die Harnsäureproduktion eingeschränkt. Bananen und Äpfel enthalten ebenso einen hohen Kaliumgehalt und sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. 

Tipp: Bei geschwollenen Gelenken durch Gicht helfen Kompressen mit Wacholder Öl und dieses baut gleichzeitig toxische Ablagerungen (Gifte) in den Gelenken ab.

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