Was hilft gegen Hitzewallungen?

Was hilft gegen Hitzewallungen? Symptome, Ursachen und Tipps

Was hilft gegen Hitzewallungen

Hitzewallungen sind eine häufige Begleiterscheinung während der Wechseljahre einer Frau. Denn die Hormone stellen sich in dieser Lebensphase um, da die Eierstöcke mit der Zeit immer weniger das Hormon Östrogen bildet. Die Wechseljahre werden von typischen Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schwindelanfällen begleitet. Zur Vorbeugung dieser Symptome wird oft eine Therapie mit Hormonen eingesetzt. Jedoch können bei akuten Kreislaufproblemen und Hitzewallungen bewährte natürliche Mittel eingesetzt werden.

Was Hitzewallungen bedeuten

Hitzewallungen oder fliegende Hitze, kommen in anfallsartigen Attacken und oft gesellen sich Schweißausbrüche dazu. Diese Hitzewallungen sind erste Anzeichen für eine körperliche hormonelle Umstellung.    

Oft setzen die Wechseljahre ab dem 45. Lebensjahr ein und ziehen körperliche Beschwerden nach sich, die für viele Frauen belastend sind. Die Hitzewallungen sind das häufigste Symptom.     

Überblick der Symptome  

Ob Du tatsächlich an den typischen Hitzewallungen leidest, zeigt der folgende kurze Überblick der Symptome:

  • Schweißausbrüche
  • Hautrötungen
  • Steigende Körpertemperatur
  • Schwindelgefühl
  • Herzklopfen
  • Übelkeit

Nach der Hitzewallung ist der Körper oft erschöpft und es stellt sich Frösteln ein.

Entstehung der Hitzewallungen in den Wechseljahren  

Hitzewallungen in den Wechseljahren entstehen durch den sinkenden Östrogenspiegel. Dieser aufkommende Mangel an Östrogen verursacht, dass das Stresshormon ansteigt und dieser plötzliche Anstieg führt zu den Hitzeattacken.

Eine andere Ursache kann eine fehlerhafte Regulierung der Körpertemperatur im Gehirn sein, denn Östrogen beeinflusst die körperliche Wärmeregulation. Nimmt die Östrogenproduktion ab, funktioniert die Regulierung nur noch vermindert. Die Reaktion ist eine plötzliche Erweiterung der Blutgefäße, es wird keine Wärme mehr abgegeben und es kommt dadurch zu Hitzewallungen. 

Ebenso kann ein Mangel des Sexualhormons Progesteron Hitzewallungen auslösen und nebenher Schlafstörungen, denn das Hormon fördert den Schlaf.

Häufigkeit und Dauer der Hitzewallungen

Wie oft Hitzewallungen auftreten ist bei jeder Frau sehr unterschiedlich. Die Wallungen können nur einmal am Tag oder bis zu 40 Mal auftreten. Diese unangenehmen, jedoch manchmal heftigen Attacken halten nur wenige Minuten an.

Hitzewallungen zeigen sich bei den Betroffenen am Anfang der Wechseljahre sehr häufig, mit der Zeit lässt diese nach. Nach der körperlichen Umstellung und der Wiederherstellung des Hormonspiegels verschwinden die Hitzewallungen. Normalerweise leiden Frauen bis zu fünf Jahre an den Hitzeattacken.  

Vorboten der Hitzewallungen

Vor dem Auftreten kündigen sich Hitzewallungen durch ein Druckgefühl im Kopf oder unerklärliche Unpässlichkeit an. Gefolgt von einem intensiven Hitzegefühl und dieses breitet sich vom Brust- oder Halsbereich über Kopf, Nacken Gesicht und bis in die Oberarme wie in Wellen aus. Der Grund: die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung in den äußeren Körperregionen steigt an und die Körpertemperatur erhöht sich.

Die Haut rötet sich, gleichzeitig kommt es zu Schweißausbrüchen und manchmal gesellen sich Übelkeit und Schwindelgefühl dazu. Daraufhin reagiert der Kreislauf und löst Herzrasen und Herzklopfen als weitere Beschwerden aus. Allerdings verlangsamt sich der Puls mit Abklingen der Hitzewallungen wieder.  

Der Körper versucht bei einer Hitzeattacke die Körpertemperatur durch erhöhtes Schwitzen zu senken und den Körper zu kühlen. Nach Abklingen der Hitzewallung entsteht häufig eine Verdunstungskälte. Es stellt sich ein Frieren ein und viele betroffene Frauen fühlen sich dann müde oder erschöpft.

Nächtliche Hitzewallungen  

Hitzewallungen treten nicht nur am Tag, sondern manchmal sogar in der Nacht auf und führen zu Schlafmangel oder Schlafstörungen.

Tipps bei nächtlichen Hitzewallungen:

  • Fenster kippen, das sorgt für frische Luft im Schlafzimmer  
  • Temperatur im Schlafzimmer zwischen 16 und 18 Grad halten
  • frisches Schlafzeug bereithalten, um verschwitztes schnell austauschen zu können
  • Ein großes Handtuch auf das Bettlaken legen, dann muss nicht unbedingt das Laken gewechselt werden
  • Atmungsaktive Bettwäsche aufziehen und Schlafanzüge aus Baumwolle tragen
  • Entspannungsübungen zur Beruhigung und um das wieder Einschlafen zu beschleunigen    

Maßnahmen zur Vorbeugung der Hitzewallungen

Hitzeattacken kannst Du mit den fünf folgenden und einfachen Maßnahmen vorbeugen: 

1. Sport  

Der Blutdruck kann durch körperliche Aktivität stabilisiert werden. Das Herz, die Blutgefäße, der Kreislauf und die Muskulatur werden gestärkt und der Temperaturregler im Gehirn bleibt im Gleichgewicht. Daher ist Radfahren, Walken, Wandern und Spazierengehen eine gute Maßnahme zur Vorbeugung.    

2. Wechselduschen

Wechselduschen gegen Hitzewallungen

In den Wechseljahren können Wechselduschen sehr gut helfen. Diese Duschen werden stets mit warmen Wasser begonnen. Anschließend mit kaltem Wasser am Fuß beginnen, weiter nach oben am äußeren Bein entlang führen und an der Beininnenseite zurück. Danach ebenso am anderen Bein vorgehen. Anschließend die Arme behandeln, dabei an den Fingern beginnen. Mit warmes Wasser wieder aufwärmen und die Prozedur zweimal wiederholen. Die Behandlung mit einer kalten Wasserdusche beenden.

Sind Wechseldusche für Dich ungeeignet, kannst Du Wechselbäder für die Füße, Knie und Arme in der Badewanne ausführen. Dazu lässt Du kaltes Wasser in die Badewanne ein. Das Wasser sollte knapp unter der Kniekehle stehen. Anschließend im Wasser 60 Sekunden auf der Stelle treten. Das Bein bei jedem Schritt ganz aus dem Wasser heben. Für die Arme eine große Schüssel mit kaltem Wasser füllen und abwechselnd ein paarmal für einige Sekunden in das Wasser eintauchen.

3. Kaffee, Rauchen und Alkohol reduzieren

Der Östrogenspiegel kann durch Koffein, Nikotin und Alkohol absenken und den Temperaturregler irritieren. Bei Hitzewallungen den Genuss von Kaffee und Alkohol reduzieren und das Rauchen möglichst einstellen.

4. Leichte Ernährung

Dein Speiseplan sollte viel frisches Obst, Gemüse und frische Kräuter enthalten.  Ebenfalls Produkte aus Milch und Vollkorn. Rotes Fleisch und Fett nur in Maßen verzehren. Zum Braten und Kochen Raps- oder Olivenöl verwenden.

Nicht zu vergessen, die Flüssigkeitszufuhr. Daher täglich mindestens zwei Liter Mineralwasser, Saftschorle oder ungesüßten Tee trinken. Zusammen mit Bewegung und leichter Kost können Hitzewallungen reduziert und nebenher Übergewicht abgebaut werden.

5. Mittel aus der Natur  

Damit der Hormonspiegel sein Gleichgewicht wieder herstellt, sind Mittel auf pflanzlicher Basis hilfreich. Einige enthalten Phytoöstrogene (sekundäre Pflanzenstoffe) und ähneln dem menschlichen Östrogen und diese wirken sich positiv auf den Hormonhaushalt und die Wärmeregulierung aus.

Dabei ist zu beachten:

  • Diese Mittel einige Wochen einsetzen, um eine Wirkung zu erzielen.
  • mehrere Präparate nicht miteinander kombinieren.    

Einige bewährte Naturmittel:

Traubensilberkerze: Die Extrakte dieser Pflanze enthalten pflanzliches Östrogen und wirken wie körpereigene. Allerdings sind hierbei keine Nebenwirkungen zu erwarten wie bei anderen Hormonpräparaten. Von diesem Extrakt nimmst Du täglich eine Tablette. Die Wirkung stellt sich nach ein bis zwei Wochen ein. Traubensilberkerze hilft ebenso bei Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen.  

Mönchspfeffer: Dieses Pflanzenpräparat hilft zu Beginn der Wechseljahre, wenn der Periodenzyklus noch nicht endgültig beendet ist. Durch das Präparat wird die Produktion von Progesteron angeregt und die Eierstöcke aktiviert.

Soja: In Soja sind pflanzliche Hormone enthalten, die dem weiblichen Östrogen sehr ähneln. Die Dosierung sollte 60 Milligramm pro Tag nicht überschreiten.

Rotklee: Der Pflanzenextrakt verfügt über eine hormonähnliche Wirkung und dadurch kann der Mangel an Östrogen ausgeglichen werden. Als Tee  oder Nahrungsergänzungsmittel können damit Beschwerden gelindert werden.

Johanniskraut: Hitzewallungen können depressive Stimmungen hervorrufen. Das  Kraut hilft, diese Stimmungen zu verringern oder gänzlich verschwinden zu lassen. Das Präparat sollte täglich eingenommen werden, da die Wirkung erst nach einigen Wochen einsetzt.

Salbei: Salbei wirkt Schweiß hemmend. Daher täglich zwei Tassen warmen und ungesüßten Salbeitee in Schlückchen trinken. Alternativ als Kapsel oder  Tinktur einnehmen. Salbei kann mit anderen pflanzlichen Mitteln kombiniert werden. 

Homöopathie

Bei Hitzewallungen vertrauen Frauen oft auf homöopathische Mittel, zum Beispiel Globulis. Diese kleinen Kügelchen lindern oft die Beschwerden der Wechseljahre und erzeugen keine Nebenwirkungen.

Schüssler Salze

Bei Hitzewallungen wird oft eine Behandlung mit Schüßler Salzen empfohlen.

Hilfreich sind die Salze:

  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6
  • Nr. 8 Natrium chloratum D6
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 ist zusätzlich anzuwenden

Ursachen von Hitzewallungen

Hitzewallungen sind häufig mit den Wechseljahren verbunden. Denn in den Wechseljahren sinkt die Produktion von Östrogen und gerade dieses Hormon reguliert die körperliche Wärme. 

Ursachen von Hitzewallungen

Wie diese Hitzeschübe entstehen, ist noch ungeklärt. Jedoch ist die Umstellung der Hormone eine Ursache. Weiterhin eine vermehrte Ausschüttung von Adrenalin und dieses lässt den Östrogenspiegel absinken. 

Der Lebensstil kann ebenso Hitzewallungen begünstigen.  

Zum Beispiel:

  • Zu viel oder zu starker Kaffee
  • schwarzer Tee
  • Alkohol
  • Zu stark gewürzte Speisen
  • schwer verdauliches Essen
  • heiße Speisen und Getränke
  • Übergewicht
  • Stress
  • warmer Schlafraum
  • falsche Bekleidung  

Ebenso können einige Medikamente Hitzewallungen auslösen. Zum Beispiel Medikamente bei Brustkrebs, der auf Hormone empfindlich reagiert. Durch diese  Arzneien können sogar junge Frauen unter Hitzewallungen leiden.

Antiöstrogene: Die Medikamente Toremifen oder Tamoxifen verhindern das Andocken der Östrogene an noch vorhandene Krebszellen. Eine Vermehrung wird dadurch verhindert. Diese Medikamente können ebenfalls Hitzewallungen auslösen.

Aromatasehemmer: mit diesem Medikament wird die Produktion von Östrogen in Fett- und Muskelzellen verhindert.

GnRH-Analoga: auf Umwegen sorgt dieses Medikament dafür, dass die Eierstöcke vermindert Östrogene freisetzen.

Weitere verschiedene Erkrankungen, die Hitzewallungen verursachen können:

Bei einer Überfunktion der Schilddrüsen können Hitzewallungen, schnelles Schwitzen, Wärmeempfindlichkeit und feuchte Haut auftreten.

Eine Unterzuckerung bei Diabetes erzeugt einen niedrigen Blutzuckerspiegel und  somit häufig Schweißausbrüche.

Eine allergische Reaktion kann Hitzewallungen auslösen.

Tumore des endokrinen Systems bilden sich aus Hormonbildende Zellen und häufig  im Magen-Darm-Trakt. Bei diesen Tumoren sind Hitzewallungen oft eine Begleiterscheinung.

Sofortige Hilfe bei Hitzewallungen  

Hitzewallungen sind an sich harmlos und müssen nicht unbedingt behandelt werden. Dennoch kann der Alltag bei betroffenen Frauen und Männern in dieser Zeit mit großen Einschränkungen einhergehen. Dann ist eine sofortige Hilfe gefragt. Helfen die klassischen Hausmittel bei extremen Hitzewallungen nicht, dann solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Dir eine individuelle Hormontherapie erstellen.

Pflanzliche Östrogene

Bei akuter Hitzewallung helfen zusätzliche pflanzliche Östrogene. Diese jedoch stets mit einem Arzt abzustimmen. Diese pflanzlichen Hormone sind dem menschlichen Östrogen ähnlich und können als Salben, Gel, Spray, Pflaster oder Spritze aufgenommen werden. 

Salbei   

Gegen Hitzewallungen ist Salbei ebenfalls ein schnell wirkendes Hausmittel und  gerade bei Hitzegefühlen oder starkem Schwitzen sehr effektiv. Die Zufuhr von Salbei sollte hierbei durch Tropfen oder Tabletten geschehen, denn Salbeitee kann die Schweißbildung verstärken.

Alternative Medizin   

Eine hormonelle Therapie erzeugt mitunter starke Nebenwirkungen. Daher sind  Medikamente auf pflanzlicher Basis gegen Hitzewallungen bei Frauen und Männern eine gute Hilfe. Die pflanzlichen Wirkstoffe können als Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung eingesetzt werden.   

Pflanzliche Mittel

Hitzewallungen sind mit pflanzlichen Mitteln auf natürliche Weise zu behandeln. Dabei hat sich die Traubensilberkerze mit den enthaltenden Wirkstoffen Acetin und Cimicifugin gut bewährt. Dieses alternative Hausmittel ist bei Hitzewallungen, starkem Schweißausbruch und Schlafstörungen gut geeignet.

Eine Behandlung mit der Traubensilberkerze sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Nebenher sollte die Einnahme drei Monate nicht überschreiten.    

Im Handel sind pflanzliche und homöopathische Mittel in großer Vielzahl erhältlich, die bei Hitzewallungen und anderen Wechseljahren Beschwerden eingesetzt werden können. Häufig besteht ein Präparat aus mehreren Wirkstoffen. Bei diesen Mitteln ist Geduld angesagt, da diese alternativen Präparate langsamer in der Wirkung sind, als eine klassische Hormontherapie.  

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