Was hilft gegen Krämpfe?

Was hilft gegen Krämpfe? Symptome, Ursachen, Hausmittel und Tipps

Was hilft gegen Krämpfe

Krämpfe treten oft unerwartet auf. Durch die plötzlichen Schmerzen wird auf die schmerzende Stelle gedrückt, oder durch Strecken versucht den Krampf zu lösen. Ein Muskelkrampf kann zu jeder Zeit auftreten, sei es im Schlaf, beim Sex oder beim Sport.

Krämpfe in den Waden oder Füßen sind sehr schmerzhaft und können aus unterschiedlichen Ursachen entstehen. Doch was gegen Krämpfe unternehmen?

Die Schmerzen sind in den Muskeln nach einem starken Krampf oft noch Stundenlang zu spüren. Krämpfe treten nicht nur einmal auf und Betroffene können mehrmals davon überrascht werden.

Was kann hinter den Krämpfen stecken? Was bei einem akuten Krampf unternommen und wie diese vorbeugen? 

Wie ein Wadenkrampf entsteht

Jeder Muskel besitzt zahlreiche Muskelfasern und diese sind mit feinen Nerven verbunden. Bei jeder Muskelbewegung schickt das Gehirn über diese Nerven einen Reiz und regt die Muskelfasern an, sich zusammenzuziehen und die Muskeln spannen sich an. Im normalen Verlauf tritt die Phase der Entspannung ein, tritt jedoch ein unwillkürlicher Nervenreiz auf, bleibt die Entspannung aus und der Muskel verkrampft sich.

Die häufigsten Ursachen für Wadenkrämpfe

Viele Ursachen für einen Wadenkrampf sind häufig harmlos, jedoch kann hinter diesem ebenso eine ernsthafte Erkrankung stecken. Bestimmte Medikamente, wie Abführmittel, können nächtliche Wadenkrämpfe verursachen.

Die häufigsten Ursachen von Wadenkrämpfen:

  • Der Elektrolythaushalt ist gestört, zum Beispiel durch Mangel an Magnesium
  • Überanstrengung bei m Sport und der Arbeit
  • Übermüdung
  • Übermäßige lange Einnahme bestimmter Medikamente
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen
  • Gestörte Nerven in den Muskelfasern
  • Das Kniegelenk ist von Arthrose befallen

Ursache – Elektrolythaushalt ist gestört

Ein gestörter Elektrolythaushalt tritt besonders häufig bei Sportlern auf. Durch das Schwitzen gehen viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren. Werden nach dem Training die fehlenden Mineralstoffe dem Körper nicht wieder zugeführt, kommt es zu einem Mineralstoffmangel. Dabei sind Mineralstoffe sehr wichtig, denn diese steuern die Muskelfasern. Denn durch das Fehlen von Mineralstoffen kann das An- und Entspannen in der Muskulatur nicht reibungslos funktionieren. 

Aufnahme von Flüssigkeit gegen Krämpfe

Während einer Schwangerschaft und im Alter ist eine Störung im Elektrolythaushalt möglich und es können Wadenkrämpfe entstehen. Ältere Menschen achten oft nicht auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Aufnahme an Flüssigkeit. Im Alter lässt die Nervenfunktion nach und begünstigt somit Wadenkrämpfe.

Hormonelle Schwankungen können sich auf den Elektrolythaushalt auswirken und während einer Schwangerschaft des Öfteren Wadenkrämpfe bewirken. Dieses ist mit genügender Magnesiumzufuhr in der zweiten Schwangerschaftshälfte vorzubeugen. 

Ursache – Nervenschäden  

Leidest Du dennoch mit genügend Zufuhr an Magnesium und anderen Mineralstoffen unter Wadenkrämpfen, solltest Du einen Arzt aufsuchen, denn Nervenschäden könnte ebenso die Ursache der Krämpfe sein. Eine Schädigung der Nerven entsteht häufig durch Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes. Daneben durch den Missbrauch von Alkohol oder eine Störung der Nierenfunktion.

Je nach Art der Erkrankung können im zentralen oder peripheren Nervensystem die Nerven geschädigt werden. Reize werden an die Muskulatur nicht mehr korrekt übermittelt und es kann eine übersteigerte Reaktion der Muskulatur auftreten.  Darüber hinaus können bestimmte motorische Abläufe nicht mehr stattfinden.

Ursache – Erkrankungen der Muskeln

In wenigen Fällen kann eine Muskelerkrankung die Ursache von Wadenkrämpfen sein. Zusammengefasst werden diese Erkrankungen unter dem Sammelbegriff Myotonie und eine krankhaft verlängerte Muskelanspannung, somit entsteht ein  Wadenkrampf. Die Ursache befindet sich oft in den Ionenkanälen der Muskulatur. Die Nervenreize werden fehlerhaft aufgenommen oder übertragen. Diese Störungen können vererbt werden.

Ursache – Mineralstoffmangel

Ein Mangel an Mineralien lösen häufig Krämpfe aus. In der Regel ist dies Calcium, Kalium oder Magnesium.

Magnesium ist reichlich enthalten in:

  • Vollkornprodukten
  • Nüssen
  • Mandeln
  • Kürbiskernen
  • Sonnenblumenkernen

Kalium in:

  • Sojaprodukten
  • Weizenkleie
  • Vollkorn
  • verschiedenen Gemüsesorten
  • Bananen
  • getrocknete Aprikosen

Calcium in:

  • Milchprodukte
  • Brokkoli
  • Blattspinat
  • Fenchel
  • Brennnesseln.

Leichte Krämpfe solltest Du durch richtige und ausgewogene Ernährung versuchen zu verhindern oder beizukommen. Hat dies nicht geholfen, bringt oft ein Blutbild Klarheit. Eventuell müssen Mineralstoffe durch Nahrungsergänzungen ersetzt werden. Dieses nur nach ärztlicher Absprache.

Das sollte beim Sport beachtet werden

Damit Muskelkrämpfe gar nicht erst entstehen, sollte die Kleidung nicht zu eng und das Material atmungsaktiv sein. In der kalten Jahreszeit sollten die Muskeln warmgehalten werden. Vor einer sportlichen Aktivität solltest Du außerdem Deine Muskeln dehnen und erwärmen.

Bei vielem Schwitzen und beim Sport den Körper genügend Flüssigkeit zuführen, am besten Mineralwasser. Nach einer körperlichen Belastung ist das perfekte Getränk eine kühle Apfelschorle. Zur Vorbeugung von Krämpfen und Muskelkater ist ein Saunagang, heiße Dusche oder Vollbad empfehlenswert.

Johanniskraut Öl gegen Muskelkrämpfe  

Johanniskraut Öl, bekannt als Rot Öl, ist innerlich und äußerlich einzusetzen. Das Öl wird bei akuten Krämpfen in den betroffenen Muskel leicht einmassiert: Steht eine große körperliche Belastung bevor, kann das Öl bereits vor der Aktivität einmassiert werden. Johanniskraut Öl heilt Wunden, wärmt den Muskel und bei krampfartigen Schmerzen durchblutungsfördernd. Beim Kauf von Johanniskraut Öl solltest Du unbedingt auf Qualität und Reinheit achten.

Rosmarinöl und Orangenöl bei Krämpfen

Mit ätherischen Ölen lassen sich Krämpfen gut behandeln. Dazu wird Rosmarinöl oder Orangenöl genutzt.

Anwendung: Vier Tropfen Öl mit 50 Milliliter Sesam-, Mandel- oder Olivenöl mischen und betroffene Muskeln damit einreiben. Treten die Krämpfe hauptsächlich in der Nacht auf, können die Muskeln bereits vor dem Schlafen mit dem Öl eingerieben werden.

Zur Beachtung: Rosmarinöl nicht bei Bluthochdruck anwenden.

Rosmarin, Zitronenmelisse und Lavendel

Einige Teesorten helfen sehr gut bei Krämpfen, dazu gehören Zitronenmelisse, Lavendel und Rosmarin. Diese können vorbeugend getrunken werden. Diese drei Pflanzen entweder miteinander mischen oder einzeln einsetzen.

Zur Beachtung: Rosmarin nicht Bluthochdruck verwenden.

Jede Tee-Sorte nicht länger als sechs Wochen trinken. Danach die Tee-Sorte unbedingt wechseln.

Mandeln mit gesunden Mineralstoffen

In Mandeln stecken reichlich Mineralstoffe und daher nicht nur eine gute Knabberei, sondern wirkt Krämpfen entgegen. Am besten tagsüber drei bis sechs geschälte Mandeln essen.

Ausgewogenes Frühstück

Mit einem ausgewogenen Frühstück fängt der Tag gut an, der wird Körper mit gesunden Nährstoffen versorgt und hilft bei der Vorbeugung von Krämpfen.

Müsli mit Banane

Dieses wohlschmeckende Müsli hält lange satt und ist reich an Magnesium und Kalium.

Dafür eine Banane klein schneiden. Einen Teelöffel Mandelmus, Honig, drei Esslöffel Weizenkleie und einem Becher Sojajoghurt mischen. Nach eigenem Geschmack kannst Du das Müsli mit Obst und zarten Haferflocken anreichern.

Speisen mit Schichtquark

Für diese gesunde Quarkspeise etwas Magerquark, Milch oder Mineralwasser zu einer cremigen Masse rühren. Einen Teelöffel Honig und ein wenig Vanille dazugeben. Den Quark, Beeren nach Belieben und zarte Haferflocken im Wechsel in ein hohes Glas schichtweise eingeben und genießen.

Leichte Gymnastik  

Mit regelmäßigen Gymnastikübungen kannst Du Krämpfe ebenfalls vorbeugen. Diese sind recht einfach auszuüben und nebenher wird dabei die Durchblutung angeregt.   

1. Übung

Stelle Dich locker hin und wechsle zwischen Zehen- und Fersenstand. Diese Übung wiederholst Du mindestens zehn Mal und mehrmals täglich.

2. Übung

Setze Dich bequem auf einem Stuhl, kreise die Füße abwechselnd einmal rechtsherum und dann linksherum.

3. Übung

Stelle Dich auf einem Bein. Das andere Bein anwinkeln und so nah wie es geht an den Körper heranziehen. Danach das Bein wechseln. Diese Übung solltest Du möglichst zehnmal mit jedem Bein durchführen.

Wadenkrampf in der Nacht – was unternehmen?

Wadenkrämpfe treten häufig nachts auf und beenden schnell den Schlaf. Nun ist schnelle Linderung angesagt. Setze Dich hin und halte die Zehen des betroffenen Fußes mit der Hand fest. Den Fuß nun sanft und vorsichtig zu Dir hinziehen. Diese Spannung kurz halten und den Fuß wieder los lassen. Dieses wird nun mehrmals wiederholt, bis sich der Krampf gelöst hat. 

Hat dies nicht geholfen, lasse über die Wade heißes Wasser laufen oder ein Tuch in heißes Wasser tränken und um den Unterschenkel wickeln.

Zur Beachtung: Bei Krampfadern sollte das Wasser nur lauwarm sein.

Schüssler Salze

Bei Krämpfen bewirken Schüssler Salze ebenso eine schnelle Linderung. Dafür wird die „heiße Sieben“ der Salze genutzt. Die Nummer Sieben steht für Magnesium phosphoricum. Von der „Sieben“ werden zehn Tabletten im abgekochten, heißen Wasser aufgelöst, mit einem Plastiklöffel umgerührt und in kleinen Schlückchen getrunken.

Kniegüsse nach Kneippscher Art

Mit Kneippsche Güssen wird die Durchblutung gefördert und schützt dadurch vor  Krämpfen. Für den Knieguss solltest Du Dich am besten in die Badewanne oder Dusche stellen, denn das Wasser muss bei dem Guss ablaufen können.

Ausführung: Begonnen wird mit dem kalten Wasserstrahl an der rechten Ferse. Dann herum zur Rückseite des Beines und langsam hinauf bis zur Hüfte. 

Den Weg auf der Vorderseite weiterführen und wieder hinunter bis zum Fuß. Die gleiche Vorgehensweise dann mit der linken Seite. Die ganze Prozedur anschließend wiederholen. Danach die Beine gut abtrocknen und dicke Socken anziehen, um ein Auskühlen zu verhindern. Dieser Beinguss hilft ebenso bei geschwollenen Beinen, Krampfadern und Kopfschmerzen.

Mit Hausmitteln sind seltene und leichte Krämpfe gut zu behandeln. Treten diese regelmäßig und mit Schmerzen auf, ist der Gang zum Arzt sinnvoll. Denn die  genauen Ursachen sollten unbedingt geklärt werden.

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