Was hilft gegen Marder?

Was hilft gegen Marder? Fallen, Mittel & Tipps

Was hilft gegen Marder

Bei Mardern im Haus oder Fahrzeug sind Laien mit der Auswahl an Marderfallen, Mitteln und Gerätschaften meistens überfordert. Das Internet gibt viel her, die Auswahl ist groß und hilft nur wenig bei der richtigen Entscheidung.

Folgend sind alle Möglichkeiten zur Abwehr und Vertreibung von Mardern aufgelistet. Hinweise zur eigentlichen Anwendung, über das Tier im Motorraum und auf dem Speicher. Enthalten sind klassische Geräte, wie Marderfallen, Ultraschall, chemische Mittel und Hausmittel.

Marderfallen

Zum Marder fangenwird die Wahl sicherlich sofort auf eine Marderfalle fallen.  Allerdings können sich beim Aufstellen in der Praxis Schwierigkeiten zeigen, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind.   

Kastenfallen

Bei Marderfallen sollte zu Lebendfallen gegriffen werden, diese sind in zwei unterschiedlichen Ausführungen zu erhalten.

  • Kastenfallen (meistens aus Holz) mit einer rundum geschlossenen Röhre. Diese besitzt oft an beiden Enden eine Klappe, die sich durch einen Auslösemechanismus schließt. Der Marder kann nicht entfliehen. Zum Sichten ist ein Fenster angebracht und die Falle muss dafür nicht geöffnet werden.   
  • Marderfallen aus offenem Drahtgeflecht funktionieren ähnlich wie Kastenfallen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass geschlossene Fallen von den Tieren eher angenommen werden, da der Schutz innerhalb der Röhre höher ist als beim Drahtgeflecht. Abhilfe schafft hier eventuell eine Decke zum Abdunkeln.   
  • Marderfallen müssen fest auf dem Boden stehen. Eine zusätzliche Verankerung im Boden vermeidet das Umkippen der Falle bei einem Fang.  Bei dem leichteren Drahtfallen ist diese Maßnahme sinnvoll.
  • Die Fallen stets vor den Ein- und Ausgängen oder Laufstraßen der Marder aufstellen. Das garantiert einen schnellen Erfolg.
  • Marderköder locken an. Dazu eignen sich frische Eier, Schinken, Fleisch vom Geflügel und Fisch.
Marderfalle

Lebendfallen müssen nach gesetzlicher Vorgabe im 12-Stunden-Takt kontrolliert werden, denn bei einem Fang anderer Tiere muss die Freilassung schnell geschehen. Die Marderfalle sollte vor dem Einsatz vom menschlichen Geruch befreit werden. Daher die Falle mit klarem Wasser auswaschen (keinen Reiniger Zusatz) oder mit Gartenerde abreiben. Die Falle danach nur mit Einmalhandschuhen anfassen.

Der Fangerfolg kann eine längere Zeit andauern und viele Bedingungen müssen erfüllt werden, bevor für den Marder die Falle zuschnappt. Die Anschaffungskosten für Kastenfallen müssen bedacht sein und das Freilassen bedeutet ebenso einigen Aufwand.

Ein gefangener Marder sollte 25 bis 50 Kilometer vom Ort des Einfangens wieder freigelassen werden. Damit wird eine Rückkehr verhindert. Das Auswildern darf allerdings nur mit Genehmigung vom dortigen Jagdpächter erfolgen, dies sollte bereits im Vorfeld abgesprochen werden. Das Einfangen von Marder mit Lebendfallen unterliegt der Schonfrist und ebenso das Töten mit einer Schlagfalle.

In den frei gewordenen Marderrevieren siedeln sich allerdings schnell Nachzügler an. Daher kann es vorkommen, dass nach einem Marderfang sich bereits das nächste Tier nach einiger Zeit den Dachboden häuslich einrichtet. Einige Maßnahmen sollten daher vorgenommen werden, damit es zu keiner neuen Zuwanderung kommt. 

Chemische und andere Mittel

Gegen Marder sind unzählige chemische Sprays und Mittel zum Fernhalten auf dem Markt.  Dabei kommen verschiedene Wirkstoffe von Geruchsstoffen natürlicher Marder Feinde zum Einsatz. Ebenso ätherische Öle auf pflanzlicher Basis, wie  Mineralsalze, Geraniol oder Lavandin, die den empfindlichen Nasen oder Geschmack der Marder als unangenehm aufgenommen wird.  

Ob jedes Mittel erfolgreich ist, bleibt umstritten, jedoch bieten viele angebotene Mittel zum Marder vertreiben und richtiger Anwendung eine Wirkung. Dabei ist es unerheblich ob Sprays, Duftstäbchen, Pasten oder Schaum eingesetzt wird. Im Vorfeld sollten Informationen über das Mittel für den Einsatz eingeholt werden.

Beachtung beim Einsatz chemischer Mittel:

  • Mittel gegen empfindliche Tiernasen an mehreren Stellen anbringen, da diese einen begrenzten Wirkungskreis besitzen. 
  • Die Flächen alle 2 bis 4 Wochen neu besprühen oder bestücken, um eine dauerhafte Wirkung zu erreichen.
  • Viele im Freien angewendete Mittel zeigen kaum Wirkung, denn der Geruch ist schnell wieder verflogen.
  • Die Wirkstoffe in den Mitteln können bei Menschen durch Berührung   allergische Reaktionen auslösen. Zum Beispiel Geraniol.

Ultraschallgeräte  

Beim Ultraschall wird mit Schallwellen gegen Marder angegangen. Diese Töne können vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden, jedoch den Marder hörbar. Dieser Marderschreck sendet unregelmäßige, hohe Töne aus und stört das  empfindliche Gehör der Tiere und zwingt diese zum Rückzug.

Diese Geräte können recht wirkungsvoll sein, wenn einige Regeln beim Einsatz beachtet werden:

  • Bei jedem Gerät ist der Wirkradius begrenzt. Je lauter desto größer der Radius. Im Auto etwa ab 80dBA, auf Dachböden 100dBA und mehr.
  • Geräte mit Ultraschallwellen so montieren, das alle Bereiche im Raum abgedeckt und nicht von Hindernissen, wie Kisten, blockiert werden.
  • In großen oder verwinkelten Räumen mehrere Geräte anbringen.
  • Ein Bewegungssensor oder eine Zeitschaltuhr für die Ultraschallgeräte ist sinnvoll, wenn eine Dauerbeschallung vermieden werden soll.  
  • In Fahrzeugen die Geräte fest montieren, damit diese nicht verloren gehen.
  • In Räumen die Geräte idealerweise etwa 0,5 bis 1m über dem Fußboden anbringen.   
  • Für einen dauerhaften Einsatz eventuell Geräte mit Strom nutzen, denn Batterien entleeren sich schnell. Wenn es Geräte mit Batterien sein sollen, dann mit einem Bewegungssensor.
  • Ultraschallgeräte im Freien oder offenem Carport könnten durch den Lärm  Haustiere in Mitleidenschaft ziehen. Unbedenklich ist das Anbringen unter der Motorhaube oder dem Speicher, denn der Motorraum oder die Speicherdecke schluckt die Schallwellen.

Tipp: Der Marderschreck ist mit einem Lichtblitzer zu kombinieren. Dieser sendet helle, unregelmäßige Lichtimpulse in den Raum und verstärkt die vertreibende Wirkung.

Für Fahrzeuge sind Ultraschallgeräte in Kombination mit einem Elektroschocker zu erhalten. Über ausgelegte Metallplättchen wird den Tieren bei Berührung einen schmerzhaften, jedoch ungefährlichen Stromstoß versetzt.  

Elektrozäune

Elektrozäune gegen Marder

Elektrozäune, ähnlich betrieben wie ein Gerät beim Weidezaun, stellt eine ebenso gute Möglichkeit dar, um Marder zu vertreiben. Der Strom führende Draht bietet bei  Zäunen, griffigen Hauswänden, am Haus aufsteigende Regenrinnen oder Kletterhilfen für Pflanzen einen wirkungsvollen Schutz vor Marder. Bereits nach dem ersten Stromschlag wird sich der Marder eine andere Bleibe suchen. Mit etwas  Geschick sind Halter und Drähte schnell zu montieren und betreiben. Bei der Montage unbedingt darauf achten, dass diese für Mensch und Haustier nicht  erreichbar sind, dann sind schmerzhafte Überraschungen ausgeschlossen.  

Maschendraht

Marder können auf Rabatten oder dem Balkon wirkungsvoll mit ausgelegtem Kaninchendraht fernhalten. Denn Marder verabscheuen es, auf beweglichen, unsicheren oder geräuschvollen Untergründen zu laufen. Unter dem Auto kann der Einstieg mit einem Kaninchendraht bespannten Holzrahmen verhindert werden. Dafür dann den Rahmen unter den Motorraum schieben.  

Hausmittel gegen Marder

Gegen Marder werden häufig einfache Hausmittel eingesetzt, deren Wirkung allerdings nicht immer erfolgreich ist. Zum Beispiel ist Hundehaare, Mottenkugeln oder Toilettensteine nur ein sehr begrenzter Schutz. Bei zu hoher Dosis geruchsstarker Mittel leiden am Ende nur die Hausbewohner selbst an dem Geruch. Menschlicher Urin im Motorraum oder auf dem Speicher in Schälchen aufgestellt, bieten einen kurzen Schutz und Marder können manchmal damit vertrieben werden.  Zu bedenken ist, diese „Duftnote“ regelmäßig aufzufrischen, damit die Wirkung erhalten bleibt.   

Ein Radio mit Zeitschaltuhr oder Bewegungssensor auf dem Speicher vermiest dem Marder den Ruhe suchenden Schlaf. Ob der Tausch lautstarke Musik gegen lautes Getrampel des Marders sinnvoll ist, muss natürlich gut überlegt sein.    

Hausmittel gegen Marder bieten Fertigprodukten daher kaum einen Mehrwert. Denn Hausmittel benötigen einen gewissen Aufwand, das Finanzielle ist zu bedenken, die Wirkung ist oft begrenzt und lohnt sich daher in vielen Fällen nicht. Eine Ausnahme ist die Maßnahme der Kaninchendrahtmatten für wenig Geld und Aufwand, ohne Chemie und Geruch.  

Einfache Maßnahmen sind einfach wirkungsvoller, daher jegliche Zugänge in das Haus vor Marder absichern und das Auto, wenn möglich, in einem geschlossenen Raum unterbringen. 

Tötung der Marder

Viele Mardergeplagte überlegen die Möglichkeit des Tötens der Marder als schnelle Lösung. Die Mardertötung ist grundsätzlich in Deutschland erlaubt, da diese Tiere  nicht unter Artenschutz stehen.

Dennoch müssen nach dem Jagdrecht einige Einschränkungen bedacht werden, um als Hausbesitzer nach Rechtskonform zu handeln:

  • Die Schonzeit der Tiere ist zu beachten, diese gilt von Anfang März bis Mitte Oktober.
  • Ein Sachkundenachweis ist zur korrekten Handhabung von Mitteln und Fallen zur Mardertötung unbedingt erforderlich. Verbunden ist dieser Sachkundenachweis oft mit einem eintägigen Kurs. Vom Kreisjägermeister ist zu erfahren, wo dieser Kurs absolviert werden kann.  
  • Marderfallen zum Töten müssen gesetzlich zugelassen sein.

Bei Erfüllung aller angegebenen Anforderungen dürfen Hausbesitzer auf dem eigenen Grundstück Marder mit Tötungsabsichten nachstellen. Denn der Eigentümer besitzt laut Jagdgesetz ein Hausrecht für die Jagd.  

Achtung: Die Jagd darf nur auf dem eigenen Grundbesitz erfolgen!

Tipp: Je nach Bundesland, Region und Kreisebene können die Bedingungen unterschiedlich sein. Diese Bedingungen sollten ebenfalls beim Kreisjägermeister nachgefragt werden.

Der Aufwand einer Mardertötung ist für Laien meisten sehr aufwendig und kostspielig. Eventuell  kann vor diesem Schritt eine andere Lösung gefunden werden. Zum Beispiel mit chemischen Mitteln die Vertreibung der Marder oder das  einfangen mit Fallen und anschließendem Entfernen vom Grundstück.

Für viele Menschen ist die Marderfalle eher eine plausible Möglichkeit. Allerdings ist das Aufstellen einer Marderfalle mit einigen Schwierigkeiten verbunden und beim Kauf auf den ersten Blick nicht erkennbar.

Folgend ein Darstellung der Marderfalle:

Schlagfallen

Als Totschlagfallen kann die „Conibear Falle“, dass „Eiabzugseisen“ und der „Schwanenhals“ eingesetzt werden, jedoch ist in Deutschland nicht jede Falle zugelassen. Diese Marderfallen arbeiten alle ähnlich. Zwei gezahnte, gebogene Eisenteile werden durch eine Feder gespannt, und sobald der Auslöser berührt wird, schnellt dieser zu. Idealerweise sollte das Tier sofort durch ein Genickbruch verenden. Allerdings ist dies manchmal problematisch, denn die Tiere werden nicht immer an der Stelle erwischt und der Tod tritt nicht sofort ein. Somit ist der Marder  einige Zeit vor dem Verenden einigen Qualen ausgesetzt.

Daher ist bei dieser Art zur Mardertötung im Vorfeld unbedingt zu bedenken, was mit dem gefangenen Tier geschehen soll, wenn dieses bei der Kontrolle lebend und schwer verletzt vorgefunden wird.  

Zu Bedenken ist die hohe Gefahr, dass nicht der Marder, sondern Nachbars Katze oder ein freilaufender Hund schwer verletzt oder getötet wird. Für spielende Kinder stellen diese Fallen eine ebenso große Gefahr dar. Totschlagfallen daher stets an  Orten aufstellen, bei denen sichergestellt ist, dass kein Mensch oder anderes Tier  zu Schaden kommt.

Achtung: Marder mit Lebendfallen einfangen unterliegt ebenso der Schonfrist wie eine Mardertötung mit Schlagfallen!

Vielleicht ist diese barbarische Art der Mardertötung ganz zu vermeiden, denn  humanere Alternativen stehen dieser Fangmethode genügend zur Verfügung!

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