Was hilft gegen Unkraut?

Was hilft gegen Unkraut? Entfernung, Hausmittel & Tipps

Was hilft gegen Unkraut

Den Außenbereich des Hauses zeigen Gartenbesitzer im Frühling und Sommer gerne vor. Dafür muss allerdings, wie jedes Jahr, das Unkraut in Beeten, zwischen den Pflanzen und auf Gartenwegen beseitigt werden. Da kommt die Überlegung auf, wie das Unkraut bekämpft werden soll. Dafür stehen ungewöhnliche, schnelle und vorbeugende Methoden zur Verfügung. 

Damit der Garten wieder in voller Pracht erscheint, sind einige Arbeiten erforderlich. Dazu gehört das Jäten von Unkraut. Der Garten hat im Herbst und Winter einige lästige Pflanzen hinterlassen. Dazu gehören Löwenzahn, Giersch und das ewig rankende Efeu. Unerwünschte Pflanzen sind über angelegte Beete verteilt, sprießen zwischen Randsteinen, Bodenplatten und lassen Gartenwege unschön aussehen.

Günstige Bedingungen lassen das Unkraut auf natürliche Weise gedeihen und sprießen. Dazu gehören genügend Licht, Nährstoffe und Wasser. An diesen Stellen fühlen sich ungeliebtes Unkraut und Pflanzen wohl und werden dort immer wachsen. Diese Pflanzen nehmen eingesetzte Sträucher, Blumen die ausreichende Versorgung und diese können dann sogar eingehen. Somit bleibt dem Gartenbesitzer nur die Wahl, das Unkraut zu bekämpfen, damit die Pflanzenpracht erhalten bleibt.

Jedoch ist das Jäten von Unkraut mühsam und oft leiden Rücken und Knie darunter. Folgende Tipps zeigen auf, wie mit verschiedenen Mitteln Unkraut oder unerwünschte Pflanzen schnell und einfach aus dem Garten entfernt werden können. 

Das Übel sind die Wurzeln  

Löwenzahn, Giersch und Brennnessel sind wohl als nützliche Heilkräuter bekannt, dennoch sind diese Pflanzen in den eigenen Beeten nicht gern gesehen. Die Wildkräuter rauben den eingepflanzten Blumen Licht, Nährstoffe und Wasser und damit wird deren Wachstum gebremst. Die stark wachsenden Pflanzen breiten sich weit aus und verdrängen somit andere Arten.

Entfernung von Unkraut  

Die beste und umweltfreundlichste Art der Unkrautentfernung ist das Jäten. Dies ist am besten nach einem Regenguss zu handhaben, denn dadurch ist der Boden aufgeweicht und das Unkraut lässt sich einfacher entfernen. Einige Pflanzen können dann sogar mit der Hand herausgezogen werden. Bei trockenem Boden ist das beste Werkzeug die Gartenkralle. Damit kann die Erde aufgelockert und das Unkraut einfacher entfernt werden.

Bekannteste Unkräuter im heimischen Garten

Ackerkratzdistel: diese zähe Pflanze besitzt feine Stacheln. Daher sind Handschuhe beim Entfernen ratsam.  

Ackerwinde: eine Pflanze, die sich schnell vermehrt und rankt sich gerne an anderen Pflanzen empor. An einem speziellen Platz gepflanzt ist die Ackerwinde allerdings ein schöner Blickfang.  

Brennnessel Unkraut

Brennnessel: diese Pflanze wehrt sich mit Haaren an den Blättern und beim Berühren wird ein brennen auf der Haut verursacht. Als Heilpflanze lindert diese allerdings rheumatische Beschwerden.  

Giersch: diese lästige Pflanze vermehrt sich durch Samenbildung und seinen langen Wurzelausläufer.

Hirtentäschel: lässt sich leicht ohne Werkzeug aus dem Beet entfernen. Seinen Namen trägt es wegen der kleinen, herzförmigen Schoten.   

Kriechender Hahnenfuß: er besitzt gelbe Blüten und eigentlich schön anzusehen. Allerdings geschieht die unerwünschte Ausbreitung recht schnell durch seine Wurzelausläufer.   

Unkraut Löwenzahn

Löwenzahn: dieses Kraut verstreut seine Samen in alle Richtungen und das Schneiden sollte daher vor der Blüte geschehen.  

Moos: diese samtweichen Pölsterchen verunzieren den Rasen und dagegen hilft nur ein Vertikutierer. Dieser ist mit scharfen Schneiden ausgestattet, reißt damit die Wurzeln auf und entfernt somit das Moos aus dem Rasen.

Weißklee: im gepflegten Rasen eine nicht gern gesehene pflanze. Dagegen dient  der Weißklee auf den Feldern als Futterspender und Bienen erzeugen daraus einen wohlschmeckenden Blütenhonig.

Bedenkliche Unkrautvernichter  

Jäten ist zu anstrengend? Bestimmte Pflanzen zeigen sich trotz mehrmaligem Entfernen jedes Jahr auf ein Neues? Dann kommt der Gedanke der chemischen Keule. Jedoch ist der Einsatz dieser Herbizide sehr umstritten und bedenklich, denn Unkrautvernichter sind für Pflanzen, Tiere und Menschen gefährlich. Daher solltest Du biologisch harmlose Mittel einsetzen. Damit werden Deine Gesundheit und die Umwelt geschont. Musst Du dennoch ein chemisches Mittel einsetzen, dann direkt auf die Pflanze auftragen und nicht verstreuen. Das Herbizid wirkt damit nur bei dem unerwünschten Gewächs.

Salz und Essig – verbotene Hausmittel  

Salz Essig gegen Unkraut

Zur Vernichtung von Unkraut schwören viele Gartenbesitzer auf Salz und Essig.  Davon ist unbedingt abzusehen, denn diese Hausmittel sind als Pflanzenschutzmittel gesetzlich verboten. Der Hintergrund ist, dass die Substanzen im Boden eine sehr hohe Konzentration erzeugen und diese sich nicht in einem annehmbaren Zeitraum abbauen. Die aggressiven Essenzen belasten auf Dauer die Insekten, Pflanzen und den Boden.  

Kochendes Wasser vernichtet Unkraut  

Kochendes Wasser ist gegen Unkraut ein erprobtes Mittel und gänzlich ohne Zusatz. Das abbrühen zerstört den empfindlichen Pflanzenorganismus, daher das Wasser einfach über die Pflanzen oder das Unkraut gießen, trocknen lassen und danach die Pflanzenreste ganz mühelos entfernen. Damit eine Verbreitung verhindert wird, sollten die Blüten frühzeitig entfernt werden. Fehlt die Zeit zum Jäten, solltest Du die Blütenköpfe von Löwenzahn und anderem Unkraut abschneiden, somit wird verhindert, dass sich Samen in den Pflanzen entwickeln.   

Unkraut zwischen den Ritzen von Wegplatten oder Beet Umrandungen lässt sich mit einem Messer oder Fugenkratzer gut entfernen. Ebenso wirkungsvoll ist das  Abflammen der Bodenplatten. Die Terrasse und Wege solltest Du regelmäßig mit einem harten Borstenfeger abfegen, damit entfernst Du leichter die frischen Sprösslinge.  

Des Weiteren kannst Du mit einem Pfahlwurzelstecher mehrjährige Unkräuter bekämpfen. Den Wurzelstecher so dicht wie möglich neben der Pflanze einstechen, die Erde etwas aufrütteln und die Pflanze samt Wurzel entfernen. Mit einem einfachen Abreißen wird das Wildkraut erneut austreiben. 

Vorbeugung gegen Unkraut  

Zur Verhinderung von Unkraut sind unterschiedliche vorbeugende Möglichkeiten vorhanden. Wird ein neues Beet angelegt, empfiehlt es sich, vorab ein Unkraut Vlies aufzulegen und dann erst die frische Erde aufbringen. Mit dem Vlies wird das Wachstum der Wildkräuter verhindert. Nebenher verbleibt die Feuchtigkeit länger im Boden. Die oberste Deckschicht mit einer Schicht Mulch oder Stroh auslegen, denn dadurch wird das Wachsen von Unkraut ebenfalls gehemmt. Mulch zersetzt sich allerdings mit der Zeit und entzieht dem Boden Nährstoffe, daher ist nach dem Einbringen ein nachträgliches Düngen vorzunehmen.

Wildkräuter als Heilkräuter und Blickfang  

Wildkraut sollte nicht immer als Unkraut angesehen werden, denn viele Pflanzen besitzen positive Eigenschaften. Zum Beispiel Brennnessel, der als Tee bei Magen- und Darmkatarr wirksam ist und das Blut reinigt.

Sauberes Kräuterbeet  

Ein bleibendes sauberes Beet wird durch eine Folie erreicht, diese dafür ungefähr 50 Zentimeter tief um die Wildkrautfläche herum eingegraben. Die Pflanzen können sich dann nicht so rasant im Garten ausbreiten. Nebenher ist Unkraut für das Ökosystem wichtig, denn die Kräuter ziehen Schädlinge an und diese benötigen zum Beispiel Schmetterlinge als Nahrungsgrundlage. 

Essig zur Vernichtung von Unkraut  

Essig vernichtet Unkraut, allerdings ebenso bei Unachtsamkeit umstehende Pflanzen. Das Unkraut nimmt den Essig mit dem Wasser auf, dieses gelangt in die Blattadern und die Pflanze stirbt dann ab.   

Durch die Zellmembranen dringt die Säure in die Pflanze und schädigt diese. Für diese Anwendung den Essig nicht mit Wasser mischen, denn zur Vernichtung muss die Essigsäure hoch konzentriert sein. 

Diese reine Konzentration darf allerdings nur in einigen beschränkten Fällen angewendet werden. Denn nicht immer und überall ist dieser Unkrautvernichter erlaubt. Der Einsatz von Essig gegen Unkraut wird daher als Pflanzenschutzmittel angesehen.   

Richtiger Einsatz nach dem Pflanzenschutzgesetz

Pflanzenschutzmittel Verzeichnis Teil 7 für den Bereich Haus und Kleingarten:

  • dort werden zugelassene Pflanzenschutzmittel aufgezählt
  • dort ist der Einsatz von Essigsäure geregelt   
  • streng limitiert, in wenigen Fällen erlaubt, höchstens 2 Mal jährlich
  • Konzentration ist nicht zu überschreiten: 100 ml Essigsäure pro m² mit 1 oder 2 l Wasser

Dieses ist nur für käufliche Unkrautvernichter mit Essigsäure gültig, in der die Konzentration der Säure genau definiert ist. Sobald Du das Mittel selbst mischt, verwendest Du ein Pflanzenschutzmittel, das staatlich nicht geprüft wurde und dieses kann  Geldbußen nach sich ziehen. Denn gelangt Essig in das Grundwasser, besteht eine Gefährdung der Umwelt und Wasserversorgung.

Ein weiteres Argument gegen Essig im Garten: nicht nur Unkraut, sondern ebenso andere selbst angesetzte Pflanzen können vernichtet werden. Bei Moos im Rasen ist  tröpfchenweise zu arbeiten und der pH-Wert muss zwischendurch ermittelt werden, damit der Rasen nicht gleichzeitig Schaden annimmt.

Salz bewirkt ebenfalls das Absterben von Unkraut:

  • halbdurchlässige Pflanzenzellen saugen die Salzlösung auf
  • jede Zelle versucht, im Wasser die gleiche Konzentration an gelöste Stoffe wie das umliegende Gewebe zu erhalten
  • für diesen ausgewogenen Zustand muss die Zelle den Salzgehalt erhöhen
  • Die Zelle versucht eine gleiche Salzkonzentration wie das Salzwasser herzustellen
  • damit sich die Konzentration an Salz im Zellinnern sich erhöht, muss die Pflanze Wasser ausstoßen
  • Dadurch schrumpfen die Zellen einer mit Salzlösung gegossene Pflanze und diese geht ein

Salz gilt ebenfalls als Pflanzenschutzmittel und unter Androhung von Geldbußen bis zu 50.000 Euro das Ausbringen von Salz im Haus- und Kleingarten verboten. Denn durch das Salz werden der pH-Wert der Erde und die Bodenstruktur verändert, dieses führt dann zur Verdichtung und Verschlammung. Bei reichlich ausgebrachten Salz besteht eine Gefährdung des Grundwassers und Pflanzen im Umfeld nehmen ebenfalls Schaden an.

An den Straßenbäumen von Hauptverkehrsstraßen kannst Du gut ersehen, wie Salz den Boden schadet. Denn durch das Streusalz wird der pH-Wert des Bodens soweit verändert, dass viele Bäume an diesen Standorten oft eingehen. Daher ist Streusalz im privaten Bereich verboten und Salz zur Unkrautvernichtung ebenso.

Gemüsegarten und das Unkraut

Gemüsegarten und das Unkraut

Die Definition „Unkraut“ wurde von den Gärtnern übernommen und dies ist nicht zwingend zu entfernen. Jeder Hausgarten kann nach eigenen Wünschen naturnah gestaltet werden. Zum Beispiel mit Bodendecker, die unerwünschten Bewuchs kaum durchlassen und eine Unkrautvernichtung wird dadurch fast überflüssig. Nebenher siedeln sich im naturnahen Garten viele Kleinstorganismen an und diese ernähren sich vom Unkraut. Viele Unkräuter können bei Deinen Speisen den Geschmack bereichern. Ebenso kann mit dem Unkraut guter Dünger hergestellt werden.  

Hausmittel bei unerwünschten Beet Pflanzen  

Sobald der Mensch eine Naturfläche zum Garten gestaltet, werden stets unerwünschte Pflanzen wachsen. Aus anderer Perspektive betrachtet kann das Unkraut im Garten mit etwas mehr Gelassenheit gesehen werden.

Denn Unkraut ist auf unterschiedliche Weise nützlich:

  • dieses ernährt Mikroorganismen
  • erhält ein gesundes Bodenleben
  • lockert den Boden auf
  • befördert Nährstoffe aus der Tiefe an die Oberfläche
  • reguliert die Bodenerosion 
  • die Gene im Unkraut erhalten die Artenvielfalt   
  • ernährt Vögel und nützliche Insekten

Dennoch ist das Jäten von Unkraut altbewährt, nutzbringend und umweltfreundlich.

Unkraut, das schnell wächst, ist im Boden nicht fest verankert und kann sehr gut gejätet werden.

Damit sich die Samen der Unkräuter nicht übermäßig ausbreiten, sollten die  Knospen vor der Samenreife geschnitten werden.

Wurzelunkräuter am besten in der Biotonne entsorgen und eine Ausbreitung ist somit unmöglich. 

Bodenpflege bei Massenbewuchs  

Zur richtigen Zeit ist das Jäten nicht anstrengend. Nach einem einen kräftigen Regenschauer ist die Erde gut durchfeuchtet, weich und locker geworden und nach einigen Stunden lassen sich viele Pflanzen leicht herausziehen. 

Hausmittel bei Unkraut auf Wegen und zwischen Pflastersteinen

Einige Tipps gegen Unkraut auf Beet Flächen:

Hitze gegen die Biomasse:

  • Kochendes Wasser gegen das Kraut in Pflasterspalten  
  • Flammenwerfer gegen kräftige Pflanzen
  • Fugenkratzer bei Unkraut in Spalten

Einen Flammenwerfer kannst Du im Baumarkt ausleihen.    

Alternative: Ein Messer oder ein robuster Borsten Besen. Diese Methoden sind vorzuziehen, da kochendes Wasser oder Flammen den Kleinstlebewesen keine Überlebenschance bieten.

Häufig gestellte Fragen

Das Internet bietet gegen Unkraut weitere Hausmittel, können diese ebenso genutzt werden?

Hierbei ist ein gesundes Misstrauen angebracht.

Salzsäure zum Beispiel ist hochgefährlich, dadurch können die Hornhaut und Haut schlimme Verätzungen erleiden. Beim Einatmen der Dämpfe kann die Lunge geschädigt werden. 

Kupfersulfat, das oft bei Moos im Rasen angewendet wird, ist für lebende Organismen hochgiftig, gefährdet das Wasser und wird daher als Klasse 2 als   Wassergefährdung eingestuft.

Die Anwendung mit kochendem Wasser oder das Abflammen sind vom Aufwand her an Energie und Zeit grenzwertig. Die mechanische Unkrautvernichtung bleibt als Hausmittel also an der Spitze.

Sanfte Unkrautvernichter bietet die Industrie ebenso an, weshalb dann  Hausmittel?

Sobald Du im Internet nach einem sanften Unkrautvernichter suchst, werden Dir Unmengen Suchergebnisse gezeigt. Jedoch ist das als „sanft“ bezeichnete nicht immer sanft. Zum Beispiel die gefährliche Essigsäure, die weitaus giftigere Substanz Pelargonsäure, denn beide können bei Kontakt die Augen ernsthaft schädigen.   

Weiterhin das als harmlos bezeichnete Herbizid Roundup. Dieser weltweit meistverkaufte Unkrautvernichter enthält einen giftigen Cocktail, der dem Gehirn Schaden zufügen kann, das wurde im April 2014 durch eine Studie veröffentlicht. Allerdings wurde dieses Mittel bisher nicht verboten, der eigene Schutz liegt daher bei dem Nutzer.

Wie Unkraut und Moos ohne Gewalt aus den Rasen entfernen?

Hierzu lautet die Antwort: Die Ansammlung von Graspflanzen zu einem Rasen umarbeiten. Denn durch ständiges vertikutieren ist das Wurzelgeflecht zerstört, dem Boden einen falschen pH-Wert oder zu viel Feuchtigkeit und Beschattung gegeben worden. Ein Rasen entwickelt bei reichlicher Sonnenbestrahlung, wenig Feuchtigkeit ein tiefes, ineinander verflochtenes Wurzelgeflecht und setzt sich aus dichten Gräsern zusammen, in dem Moos und Unkraut keinen Platz finden. 

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